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Migration ist eine globale Realität und seit jeher Teil der Menschheitsgeschichte. Dennoch gehört sie bis heute zu den am stärksten umkämpften öffentlichen Themen. 

Sowohl Menschen als auch Grenzen sind ständig in Bewegung. Wer sich bewegen darf und wem Rechte zugesprochen werden, zeigt, wer als Teil der Nation angesehen wird. In Deutschland wie in den Vereinigten Staaten sind diese Debatten — und die damit verbundenen politischen und gesellschaftlichen Praktiken — eng mit sich wandelnden Vorstellungen von „Rasse“, Kultur und Sprache verbunden. 

Diese Zeitleisten zeigen, wie Rechte und Zugehörigkeit durch Gesetze, migrantische Bewegungen und Kämpfe, globale Ereignisse und kulturelle Werke ausgehandelt, infrage gestellt und neu definiert wurden — und wie diese Geschichten bis heute nachwirken. 

Entstanden sind die Zeitleisten in einem community-basierten Prozess gemeinsam mit Partner*innen aus migrantischen Selbstorganisationen, Bildungsinstitutionen und Wissenschaft sowie mit Unterstützung vieler weiterer Beteiligter und Ehrenamtlicher.

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1893
-
1938
Gründung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens

With the founding of the German Empire in 1871, Jews were granted full civil rights for the first time, but increasing anti-Semitism led to the founding of the “Central Association” in 1893, which fought for equality until 1938.

Amid the German Empire, Jews faced a complex dilemma, balancing the prospect of emancipation with the specter of surging anti-Semitism. After centuries of enduring discrimination and determined advocacy, they gained equal rights formerly exclusive to the Christian majority. Simultaneously, a racially charged anti-Semitism, beyond religious bounds, surfaced, driven by stereotypical characterizations and inflammatory propaganda. Responding to these challenges, the "Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" formed in 1893. Thousands joined, resolute in their pursuit of civil rights, equality, and harmonizing "German identity" and "Jewish identity." During the Weimar Republic and National Socialism, the association served as a key advocate for Jews until it was banned in 1938.
©Jüdisches Museum Berlin/Jewish Museum Berlin
Herbert Sonnenfeld, Margarete Edelheim und Heinz Berggrün in der Redaktion der C.V.- Zeitung, Emser Straße 42, Berlin, 1936
Germany
Sources
  1. Thomas Gräfe. Antisemitismus in Deutschland 1815-1918 – Rezensionen – Forschungsüberblick – Bibliographie. Auflage 2. Auflage. Books on Demand, 2013.
  2. Hans Ulrich Wehler. Deutsche Gesellschaftsgeschichte – Wehler, Hans-Ulrich: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. “Bd. 4.” Vom Beginn des Ersten Weltkriegs bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1949. München: C.H. Beck, 2003.
  3. Massimo Ferrari Zumbini. Die Wurzeln des Bösen: Gründerjahre des Antisemitismus: von der Bismarckzeit zu Hitler. Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann Verlag, 2003.
  4. Olaf Breschke. Katholizismus und Antisemitismus im deutschen Kaiserreich. Auflage 1. Auflage. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1997.
  5. Regina Schleicher. Antisemitismus in der Karikatur: Zur Bildpublizistik in der französischen Dritten Republik und im deutschen Kaiserreich (1871-1914). Auflage 1. Auflage. Frankfurt: Peter Lang, 2009.
  6. Johannes Leicht. Antisemitismus (Kaiserreich).  LeMO – Lebendiges Museum Online. Berlin: Deutsches Historisches Museum,  August 15, 2006. Aufgerufen am: July 7, 2015.
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